Clippings
Trend: Unternehmer hoch drei
Harald Trautsch, 37, klopft nicht nur große Sprüche,
sondern schafft es, gleich drei Jobs unter einen Hut zu bringen.
Mit seiner neuesten Idee will er jetzt bei EPUs groß landen.
Harald Trautsch ist jung, smart und genau der Typ Jungunternehmer, den Österreich jetzt braucht. Ihn bringt keine Krise aus der Ruhe. Bei einem grünen Tee plaudert er über seine Pläne und Visionen, zwischendurch telefoniert er italienisch mit seinem Partner und für den nächsten Tag ist ein Flug nach Brasilien gebucht. Beruflich natürlich.
Fast-Jungunternehmer 2003
Das erste Mal aufgetaucht ist Trautsch 2003, als er sich mit einem Alarm- und Ortungssystem für Autos und seiner 2001 gegründeten Dolphin Technologies GmbH gleich auf den zweiten Platz des GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerbs katapultierte. Vielleicht deshalb, kurz danach zog er jedenfalls einen Riesenauftrag von UNIQA an Land. Zu groß für den Jungfisch, der sich ohne Zögern mit dem viel größeren Mitbewerber aus Italien Octo Telematics zusammentat. Auf Dauer: Octo übernimmt 70 Prozent der Anteile von Dolphin Technologies. Trautsch, ganz abgebrüht: „Ich habe immer versucht, Opportunities intelligent zu betrachten. Wir haben gesehen, dass wir durch die Verbindung der Kernkompetenzen gemeinsam mehr erreichen können als alleine.“ Seitdem ist Trautsch mit einem Konsulentenvertrag für Octo Telematics unter anderem in Brasilien, aber auch überall sonst unterwegs. Und als wäre er damit nicht ausgelastet, hat der Unternehmer, der so schön formuliert: Unternehmersein hat viel damit zu tun, etwas zu unternehmen und Dinge zu verknüpfen, ohne das auf Netzwerken zu reduzieren, sich an einer Web-Agentur beteiligt. Trautsch: „Ich habe nicht verstanden, dass die tolle Produkte haben, aber nicht vertriebsorientiert sind.“ Das übernahm er – er änderte den Namen der Agentur in Blue Monkeys, aber auch die Strategie – und schaffte es den Umsatz in nur zwei Jahren zu versechsfachen. Trautsch über sein Erfolgsrezept: „Thinking outside the box. Offenheit haben, Dinge verknüpfen und in Richtung blue oceans denken.“
epunet – das Online-Büro für EPUs
Gekommen ist Trautsch dabei unter anderem auf epunet – eine sogenannte ERP-Lösung (von Enterprise Resource Planning) vornehmlich für Klein- und Einzelunternehmen. epunet bildet die wichtigsten Geschäftsprozesse ab, ohne dass man dafür eine Software installieren muss. Die Funktionalitäten reichen von der Angebotserstellung über die Bestellverwaltung bis zur e-Rechnung. Aber auch der Lagerstand und diverse Statistiken können damit online und mobil erledigt werden. Das Ganze natürlich höchst sicher mit der fortgeschrittenen elektronischen Signatur und einem täglichen Backup. Einen Monat lang kann man epunet gratis testen, danach kostet die Nutzung zwölf Euro monatlich.
Ein großer Name wartet vor der Tür
Aber gab es das nicht schon, Stichwort Application Service Providing? Für die- se Antwort zitiert Trautsch sogar Viktor Hugo: „Es gibt nichts Mächtigeres als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Die Zeit scheint heute reif für epunet: Über 1.300 User arbeiten damit, mehr als 100 davon zahlend. Das Ziel von Trautsch ist, zwischen 6.000 und 10.000 Kunden pro Jahr zu gewinnen. Zudem soll epunet international werden. Trautsch: „Wir können diese Plattform nur bis zu einer bestimmten Größe alleine begleiten. Daher sind wir in Gesprächen mit einem Partner.“ Noch darf er den „großen Namen“ nicht nennen – aber bereits im Rahmen der diesen Monat startenden „Telefit 2009“ (derquer durch Österreich tourenden IT- Roadshow der WKO) wird die neue Kooperation publik gemacht.
GEWINN 9/09 (Seite 70)
Foto: Pepo Schuster
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